Mayaschrift

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Code: Maya - Engl.Benennung: Mayan hieroglyphs - Deutsch: Maya Schrift

ISO 000–099 Hieroglyphen und Keilschriften (ISO 15924)


Contents

Kulturhistorischer Hintergrund

Im ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung wurde in Mesoamerika Schrift erfunden. (Der Begriff Mesoamerika steht für ein kulturell und geografisch spezifiziertes Areal in Mittelamerika). In der Zeit vor der Eroberung der spanischen Konquisatoren gab es eine Vielzahl verschiedener Kulturen in Mesoamerika, z.B. die Nahua, zu denen u.a. die Azteken und die Tolketen zählen, die Mixteken, die Zapoteken und die Maya. Viele der Kulturen besaßen bereits semasiographische Schriftsysteme, aber nur die Maya hatten eine vollentwickelte glottographische Schrift.

Schrift

Die Schrift der Maya ist logosyllabisch, das bedeutet sie besteht sowohl aus Logogrammen als auch aus Syllabogrammen bzw. Silbenzeichen. Bisher wurden etwa 900 verschiedene Zeichen erschlossen (die Schrift wurde noch nicht vollständig entziffert).

Struktur

Die Maya schreiben sogenannte Glyphen, die etwa gleich groß und quadratisch erscheinen sollen. Diese werden untereinander angeordnet, wobei immer zwei Glyphen nebeneinander stehen. Gelesen werden die zwei Glyphen von links nach rechts und anschließend die gesamte Spalte von oben nach unten.

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Relation von Sprache und Schrift

Es gibt viele verschieden Maya-Sprachen, die sich im Laufe der Zeit sehr unterschiedlich entwickelt haben. Die bekannteste ist das Yukatek. Der lexikalische Aufbau ist bei allen identisch. Die meisten Wörter bestehen aus einer Kombination von Konsonant - Vokal - Konsonant (ggf. verlängert durch Vokal - Konsonant). Die Syllabogramme der Mayaschrift entsprechen jeweils einem Konsonanten und einem Vokal. Ein Großteil der Wörter werden somit mit zwei Syllabogrammen dargestellt, der Vokal am Ende des letzten Silbenzeichens ist meist ein „Dummy“ und bleibt stumm.

Kombination der Zeichen

In der Schrift der Maya gibt es die Möglichkeit ein Wort mit unterschiedlichen Glyphen darzustellen. Man kann zum Beispiel ein Wort durch ein Logogramm verschriftlichen. Dieses Logogramm kann außerdem durch die jeweiligen Syllabogramme des Wortes ergänzt werden. Das Silbenzeichen für die erste Wortsilbe kann vor oder über das Logogramm gestellt werden, das Silbenzeichen für die letzte Wortsilbe dahinter oder darunter. Diese ergänzenden oder erläuternden Silbenzeichen werden als Affixe bezeichnet. Auf diese Weise entstehen Komplemente, durch die die einzelnen Zeichen variiert werden können. Die Schreiber der Maya haben diesen Variationsreichtum ausgenutzt, so gibt es viele Funde, in denen derselbe Schreiber dasselbe Wort unterschiedlich verschriftlicht hat. Die Schreiber genossen bei den alten Maya hohes Ansehen, entstammten oft Adelsfamilien und durften eigene Trachten und Kopfbedeckungen zur Kennzeichnung ihres Standes tragen.

Homophonie

Es gibt einige Maya-Worte mit mehreren semantischen Inhalten, welche mit unterschiedlichen Zeichen besetzt werden. Es gibt somit Signifiès mit mehreren Signifikanten. Dies führt innerhalb der Schrift zu Homophonie, da die unterschiedlichen Zeichen für die Signifikanten untereinander ausgetauscht werden können.

Besondere Gylphen

Neben den Zeichen für einzelne Worte oder Silben, gibt es im Maya einige zusätzlichen Zeichen mit spezifischen semantischen Inhalt. Beispielsweise die Emblemglyphen, die eine bestimme Stadt oder Dynastie repräsentieren und meist einen dreigeteilten Aufbau haben. Dieser besteht aus einem Superfix, welches den Titel des Herrschers darstellt; einem Präfix, welches das Zeichen für das Wort heilig darstellt und einem Hauptzeichen, welches der jeweiligen Stadt angepasst ist. Außerdem entwickelten die Maya Glyphen für wichtige Ereignisse im Leben ihrer Herrscher, beispielsweise Geburt, Inthronisation, Heirat oder Tod. Viele dieser Glyphen wurden auf Steinquadern eingemeißelt, welche vor den Pyramiden der Herrscher aufgereiht waren, und berichteten so über die historische Entwicklung ihrer Stadt und ihrer Dynastien.

Literatur

  • Rogers, Henry. 2005. Writing Systems: A linguistic approach. Oxford: Blackwell.
  • Coe, Michael D.. 1997. Das Geheimnis der Maya-Schrift: Ein Code wird entschlüsselt. Reinbek: Rowolth.
  • Haarmann, Harald. 2009. Geschichte der Schrift. München: Beck.
  • Robinson, Andrew. 2013. Bilder, Zeichen, Alphabete: die Geschichte der Schrift. Darmstadt: Schneider

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