Difference between revisions of "Galloromanische Sprache"

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Dementsprechend erfolgten die [[Romanisierung]] im südlichen Drittel des Landes intensiver als im Norden. Eine gut ausgebaute Infrastruktur, ausgeprägte Stadtkulturen mit Thermen, Tempeln und Theatern, sowie die Einrichtung administrativer Institutionen sind nur einige wenige Beispiele für das Herausbilden wirtschaftlicher, kultureller und politischer Zentren. Anders als in Nordfrankreich betrieb man in der ''Narbonensis'' eine aktive Sprachpolitik, die das Unterrichten der lateinischen Sprache im Bildungswesen vorsah.
 
Dementsprechend erfolgten die [[Romanisierung]] im südlichen Drittel des Landes intensiver als im Norden. Eine gut ausgebaute Infrastruktur, ausgeprägte Stadtkulturen mit Thermen, Tempeln und Theatern, sowie die Einrichtung administrativer Institutionen sind nur einige wenige Beispiele für das Herausbilden wirtschaftlicher, kultureller und politischer Zentren. Anders als in Nordfrankreich betrieb man in der ''Narbonensis'' eine aktive Sprachpolitik, die das Unterrichten der lateinischen Sprache im Bildungswesen vorsah.
  
Der italienische Dichter Dante teilte das Sprachgebiet Frankreichs, gemäß der entstandenen Zweiteilung, nach seinen jeweiligen Bejahungspartikeln in [[''langue d'oc'']] und [[''langue d'oïl'']] ein.  
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Der italienische Dichter Dante teilte das Sprachgebiet Frankreichs, gemäß der entstandenen Zweiteilung, nach seinen jeweiligen Bejahungspartikeln in ''langue d'oc'' ([[Okzitanisch]]) und [[langue d'oïl]] ein.  
  
 
Diese Zweiteilung des gallischen Gebiets entwickelte sich durch die Einflüsse verschiedener [[Superstrate]] zu einer Dreiteilung. Besonders ausschlaggebend war das Fränkische im Norden, das zahlreiche Spuren in der [[''langue d'oïl'']] hinterließ. Die Superstrateinflüsse des [[Burgundisch]]en in der heutigen [[frankoprovenzalisch]]en Region und des [[Westgotischen]] im Süden waren weniger stark, jedoch auch prägend für die jeweilige Sprachentwicklung.
 
Diese Zweiteilung des gallischen Gebiets entwickelte sich durch die Einflüsse verschiedener [[Superstrate]] zu einer Dreiteilung. Besonders ausschlaggebend war das Fränkische im Norden, das zahlreiche Spuren in der [[''langue d'oïl'']] hinterließ. Die Superstrateinflüsse des [[Burgundisch]]en in der heutigen [[frankoprovenzalisch]]en Region und des [[Westgotischen]] im Süden waren weniger stark, jedoch auch prägend für die jeweilige Sprachentwicklung.

Revision as of 18:02, 15 March 2010

Galloromanische Sprache

Entgegen der allgemeinen Annahme, in Frankreich spreche man ausschließlich die Nationalsprache Französisch, existieren im Hexagone zahlreiche Sprachen und Dialekte.

Gründe hierfür liegen in der Geschichte. Besonders ausschlaggebend war die römische Eroberung des gallischen Gebiets, die in zwei Schritten erfolgte. Bevor die Römer Gallien einnahmen, lebten in dieser Gegend über 500 keltische Stämme, die weder politisch noch kulturell eine Einheit bildeten. Im Jahre 125 v.C. fielen die Römer das erste Mal in Südfrankreich ein und erschlossen sich so bis 121 v.C. einen Landweg durch das Hinterland von Marseille zu der bereits eroberten Provinz Spanien. Erst 70 Jahre später, von 58 v.C. bis 51 v.C., schloss sich die Eroberung Nordfrankreichs. Dementsprechend erfolgten die Romanisierung im südlichen Drittel des Landes intensiver als im Norden. Eine gut ausgebaute Infrastruktur, ausgeprägte Stadtkulturen mit Thermen, Tempeln und Theatern, sowie die Einrichtung administrativer Institutionen sind nur einige wenige Beispiele für das Herausbilden wirtschaftlicher, kultureller und politischer Zentren. Anders als in Nordfrankreich betrieb man in der Narbonensis eine aktive Sprachpolitik, die das Unterrichten der lateinischen Sprache im Bildungswesen vorsah.

Der italienische Dichter Dante teilte das Sprachgebiet Frankreichs, gemäß der entstandenen Zweiteilung, nach seinen jeweiligen Bejahungspartikeln in langue d'oc (Okzitanisch) und langue d'oïl ein.

Diese Zweiteilung des gallischen Gebiets entwickelte sich durch die Einflüsse verschiedener Superstrate zu einer Dreiteilung. Besonders ausschlaggebend war das Fränkische im Norden, das zahlreiche Spuren in der ''langue d'oïl'' hinterließ. Die Superstrateinflüsse des Burgundischen in der heutigen frankoprovenzalischen Region und des Westgotischen im Süden waren weniger stark, jedoch auch prägend für die jeweilige Sprachentwicklung.

Das Okzitanische entfaltete sich daher weitgehend unabhängig von germanischen Einflüssen und ist daher dem Lateinischen ähnlicher als die nördlichen Sprachen.


Quellen

Bec, Pierre: La langue occitane. Paris, 1995.

Bossong, Georg: Die romanischen Sprachen. Eine vergleichende Einführung. Hamburg, 2008.

Cichon, Peter: Einführung in die okzitanische Sprache. Bonn, 2002.

Rieger, Angelica: Okzitanistik, Altokzitanistik und Provenzalistik, Geschichte und Auftrag einer europäischen Philologie. Frankfurt am Main (u.a.), 2000.