Benjamin Lee Whorf (de)

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Whorf, Lee Benjamin (geboren am 24. April 1897, und starb am 26 Juli. 1941) war hauptberuflich Chemiker. Bekannt wurde er jedoch als Sprachforscher. Seine Gedanken wurden erst posthum veröffentlicht: Sprache, Denken, Wirklichkeit, Beiträge zur Metalinguistik und Sprachphilosophie (Rowohlt, 1963) war ein Bestseller und läßt sich heute noch mit Gewinn lesen.

Zitate

„Das Sprechen ist die beste Leistung des Menschen. Es ist ganz eigentlich sein „Akt“ auf der Bühne der Evolution, in welchem er vor die Kulissen des Kosmos tritt und wirklich „seine Rolle spielt“. Wir ahnen jedoch, daß die Ordnung, in der seine erstaunliche Sammlung von Zauberstückchen sich zu einem großen Höhepunkt steigert, gestohlen ist - vom Universum.“(S.49)

„Wir müssen mehr über die Sprache herausfinden. Schon jetzt wissen wir genug, um uns darüber klar zu sein, daß sie nicht das ist, wofür sie von der großen Majorität aller Menschen, seien es Laien oder Wissenschaftler, gehalten wird. Die Mühelosigkeit, mit der wir sprechen, ohne etwas von dem komplizierten Mechanismus zu ahnen, den wir dabei benutzen, erzeugt eine Täuschung. Wir bilden uns ein, zu wissen, wie es gemacht wird und daß nichts Geheimnisvolles daran sei.

„Wir kennen alle Antworten. Aber - wie falsch sind diese Antworten. Es ist wie mit den unkorrigierten Sinneseindrücken, die dem Menschen ein einfaches sinnfälliges und zufriedenstellendes Bild der Welt geben, aber eines, daß sehr weit von der Wirklichkeit entfernt ist.“ (S.51)

„Sprache ist ein eigenes riesiges Struktursystem, in dem die Formen und Kategorien kulturell vorbestimmt sind, aufgrund deren der einzelne sich nicht nur mitteilt, sondern auch die Natur aufgliedert, Phänomene und Zusammenhänge bemerkt oder übersieht, sein Nachdenken kanalisiert und das Gehäuse seines Bewußtseins baut.“ (S.53)

Quelle:

B.L. Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit, Rowohlt 1963